





Der Unterschied von trocken und im Fettmantel gereiften Fleisch
Das Fleisch das trocken, also ohne Fettmantel gereift wurde, hat einen höheren Gewichtsverlust durch mehr Wasserverlust. Der Vorteil: es entsteht eine weit höhere Geschmackskonzentration, ein nussiger Geschmack, den Steakliebhaber so gerne mögen. Ein weiterer Vorteil, ich kann sowohl die Knochen, als auch die Parrüren allesamt zu einer guten Fleischbrühe verarbeiten. Bei im Fettmantel gereiften Fleisch ist das nicht möglich, die Abschnitte und die Knochen können nicht weiter verarbeitet werden, alles was mit dem Einpackfett (ausgelassener Rindertalg) in Verbindung war, muss sorgfältig vom Fleisch entfernt und entsorgt werden. Bevor ich den Rinderrücken ausbeine, löse ich zuerst den Deckel vom Roastbeef und entfette ihn. Dann kann das Roastbeef sorgfältig ausgelöst werden. Fett, Häute und Sehnen werden entfernt. Das Fleisch schneide ich 2 Teile, 2/3 werden zu Rumpsteak oder auch Sirloin Steak ,ein Drittel zum Ribeye, das Teil mit dem Fettauge in der Mitte, verarbeitet. Irgendwann die letzten Jahre wurde das Ribeye begriffsmäßig zum Entrecôte, warum auch immer. Den Deckel marinieren wir mit Rotwein, etwas Honig, einem Lorbeerblatt und ein paar Nelken, gerne auch etwas Knoblauch, schweißen das Stück, das ich zuvor gewürzt und angebraten habe mitsamt der Marinade ein. Das Fleischstück gare ich im Vacuumbeutel Sous-Vide bei 65 Grad 72 Stunden. Nach der Garzeit lasse ich das Fleisch im Beutel auskühlen und aus dem Fond koche ich unter Zusatz von etwas Demiglace eine schmackhafte Soße. Das Deckelfleisch schneide ich in Scheiben und mache es in der abgeschmeckten Soße wieder warm. Dazu passen hervorragend handgeschabte Spätzle und Kartoffel-Gurkensalat. Aus Ribeye und Entrecôte bereite ich unsere Steaks zu, oder auch den Klassiker Entrecôte double mit allerlei Soßen wie Pfeffersoße, Rotweinsoße – unter Zusatz von Ochsenmark wird diese zur Sc. Bordelaise. Natürlich auch gerne die hausgemachte Steak und Barbequesoße. Oder ganz einfach klassisch mit würziger Kräuterbutter . Im Sommer verarbeite ich das Entrecôte auch zu kaltem Roastbeef oder zu Roastbeefröllchen gefüllt mit Schafskäse und Rucola, verfeinert mit hausgemachter Balsamicocreme (Zucker karamellisieren, mit Apfelsaft ablöschen, mit dunklem Balsamico auffüllen, abschmecken und mit Mondamin beliebig abbinden). Sie sehen die Verarbeitung ist vielfältig und bei richtiger und durchdachter Verarbeitung ist das ganze Roastbeef am Knochen ein sich „lohnendes“ und gut zu berechnendes – vielfältig zu verarbeitendes Fleischteil.


